Von Azubis wird jede Anleitung gegengelesen, bevor sie rausgeht. Bei einem Large Language Model (LLM) geht sie oft direkt raus.
🔎 In der Praxis
Azubis schreiben den Entwurf einer Anleitung. Vorher gibt es ein Briefing, hinterher sieht jemand mit Erfahrung den Text durch: Stimmen die Schritte, passen die Bezeichnungen der Oberfläche, stimmen die Ergebnisse, wurde etwas übersprungen oder dazuerfunden? Erst danach geht er raus. Bei einem LLM entfällt dieser Weg oft, weil der Entwurf in Sekunden da ist und fertig aussieht.
💡 Die Logik dahinter
Azubis können nur wissen, was ihnen jemand erklärt hat, und füllen Lücken mit Annahmen. Ein LLM ist darin nicht anders: Es kennt nur den Kontext, den es im Briefing bekommen hat, und füllt den Rest mit dem, was plausibel klingt. Beide können Arbeit übernehmen, aber nicht zuverlässig beurteilen, ob sie stimmt.
⚠️ Der blinde Fleck
Bei Azubis ist das ein Zwischenstand. Sie lernen aus jeder Abnahme, werden sicherer und bekommen irgendwann mehr Verantwortung. Von einem LLM wird dieselbe Entwicklung erwartet: Mit der nächsten Version, so die Hoffnung, braucht seine Arbeit keine Abnahme mehr.
🔄 Der Perspektivwechsel
Diese Entwicklung gibt es beim LLM nicht. Es bleibt in der Rolle von Praktikant:innen und Azubis: Es übernimmt Arbeit, aber verantwortet sie nicht. Die Abnahme ist deshalb kein Übergangszustand, sondern bleibt dauerhaft bei einer Person mit Erfahrung. Auch das Briefing bleibt bei dieser Person. Ein LLM übernimmt Aufgaben. Die Verantwortung bleibt bei der Person, die abnimmt.