Die Schulung ist vorbei, die Folien gehen per Mail an alle. Ein halbes Jahr später sind sie das Einzige, was neue Kolleg:innen zu dem Thema bekommen. Beschlossen hat das niemand.
Wie werden Folien trotzdem zur Dokumentation?
Drei Kräfte schieben sie dorthin.
Die erste: Die Folien sind schon da. Eine Anleitung müsste erst jemand schreiben. Die Folien gibt es, sauber gestaltet und mit Datum. Weitergeben kostet einen Klick, Neuschreiben kostet Zeit, die niemand eingeplant hat.
Die zweite: Die Folien sehen abgenommen aus. Sie wurden vor Publikum gezeigt, und niemand hat widersprochen. Das reicht, damit sie als geprüft gelten. Ob sie ohne die Person funktionieren, die sie vorgetragen hat, hat niemand geprüft.
Die dritte: Wer im Vortrag saß, liest die Folien vollständig. Jeder Stichpunkt ruft den Satz ab, der dazu gesagt wurde. Wer die Folien weitergibt, findet darin alles. Wer sie bekommt, liest „Ausnahmen beachten" – und weiß nicht, welche Ausnahmen es gibt.
Vorhanden, scheinbar geprüft, für die Absender:innen vollständig.
Drei Gründe, warum die Folien bleiben, und keiner davon hat mit den Menschen zu tun, die sie lesen müssen und verstehen sollen.
Folien sind dafür gebaut, dass jemand dazu spricht.
Wer sie weitergibt, gibt nur die Hälfte der Informationen weiter.
Und zwar die, die nichts erklären.