Martina Hartmann

Martina Hartmann.

Expertin für Informationsentwicklung und Technische Dokumentation.

Kompetenzsiegel Technische Redakteurin (tekom)

Dokumentation gilt als Service: etwas, das am Ende noch dazukommt. Ich sehe das anders. Wer Informationen entwickelt, trifft strategische Entscheidungen: darüber, was wichtig ist, wie es geordnet wird und für wen.

Genau deshalb verstehe ich mich nicht als Redakteurin, die Texte abliefert, sondern als Informationsentwicklerin, die Wissen zugänglich macht. Verständlichkeit ist dabei keine Vereinfachung, sondern Präzision.

Dazu gehört für mich KI, und zwar nicht als Schlagwort. Ich arbeite operativ mit ihr und denke sie strategisch mit: Wie verändert sie unsere Disziplin, welche Aufgaben verschieben sich, was lässt sich sinnvoll automatisieren? Am meisten interessieren mich dabei die Fragen, die bleiben: Was gehört in die Hand des Menschen? Wo liegt unser Urteil, unsere Erfahrung, unsere Verantwortung?

Was sich dabei nicht ändert: Struktur, Sprache und Relevanz sind keine Geschmacksfragen, sondern Entscheidungen. Ich treffe sie bewusst, besonders dort, wo es kompliziert wird.

Kompetenzen und Fähigkeiten.

Technik und Sprache sind für mich kein Widerspruch, sondern zwei Seiten derselben Arbeit. Ich strukturiere komplexe Inhalte, wähle die Werkzeuge, die zum Problem passen, und setze KI dort ein, wo sie wirklich trägt, nicht weil es gerade alle tun. Auch in neue Themen finde ich mich schnell ein, ohne den Überblick zu verlieren. Einige meiner Schwerpunkte:

  • Informationsarchitektur: strukturieren, standardisieren, modular denken.
  • Dokumentation für Software, IT und Informationssicherheit.
  • KI in der Doku: LLM-Workflows, Context Engineering, saubere Terminologie.
  • DITA, Markup-Sprachen und ein solides Fundament in Python und SQL.
  • Docs-as-Code: Dokumentation, die in Git-Workflows lebt und gepflegt wird wie Software.
  • Fachkommunikation auf Deutsch und Englisch.

Persönliche Stärken und Interessen.

Was mich ausmacht, hört nicht beim Fachlichen auf. Wie ich an Aufgaben herangehe, hat genauso mit Neugier und Sorgfalt zu tun wie mit ein paar Leidenschaften, die auf den ersten Blick nichts mit Dokumentation zu tun haben. Und doch prägen genau sie meinen Blick. Ein paar davon:

  • Technische Rätsel, die ich nicht liegen lassen kann.
  • Echte Neugier auf IT-Trends, nicht aus Pflicht, sondern aus Interesse.
  • Motorrad fahren und selbst schrauben, mit ebenso viel Leidenschaft wie Sicherheitsbewusstsein.
  • Struktur und Planung, auch abseits der Arbeit.
  • Draußen sein: Natur beobachten, Skifahren.
  • Kaffee mit Anspruch: ausgesuchte Bohnen, selbst geröstet, von fruchtig-süß bis schokoladig-herb und fair bezahlt statt Massenware.

Gedankenspiele.

Einblicke und Gedanken, die meine berufliche Entwicklung und persönlichen Interessen prägen – von Fachthemen bis hin zu Perspektiven, die den Blick über den Tellerrand erweitern. Entdecken Sie die neuesten Artikel hier und alle weiteren in der Gesamtübersicht →

Impulse.

Nicht jeder Gedanke wird ein Artikel. Manches fällt mir in der täglichen Arbeit mit Dokumentation, Sprache und KI auf, bleibt hängen und will zu Ende gedacht werden – auch ohne lange Ausführung. Genau diese kurzen Beobachtungen halte ich als Impulse fest: mal eine Faustregel, mal ein Widerspruch, mal ein Perspektivwechsel. Hier steht jeweils der jüngste; die übrigen finden sich in der Übersicht →

Perspektivwechsel

Von Azubis wird jede Anleitung gegengelesen, bevor sie rausgeht. Bei einem Large Language Model (LLM) geht sie oft direkt raus.

🔎 In der Praxis

Azubis schreiben den Entwurf einer Anleitung. Vorher gibt es ein Briefing, hinterher sieht jemand mit Erfahrung den Text durch: Stimmen die Schritte, passen die Bezeichnungen der Oberfläche, stimmen die Ergebnisse, wurde etwas übersprungen oder dazuerfunden? Erst danach geht er raus. Bei einem LLM entfällt dieser Weg oft, weil der Entwurf in Sekunden da ist und fertig aussieht.

💡 Die Logik dahinter

Azubis können nur wissen, was ihnen jemand erklärt hat, und füllen Lücken mit Annahmen. Ein LLM ist darin nicht anders: Es kennt nur den Kontext, den es im Briefing bekommen hat, und füllt den Rest mit dem, was plausibel klingt. Beide können Arbeit übernehmen, aber nicht zuverlässig beurteilen, ob sie stimmt.

⚠️ Der blinde Fleck

Bei Azubis ist das ein Zwischenstand. Sie lernen aus jeder Abnahme, werden sicherer und bekommen irgendwann mehr Verantwortung. Von einem LLM wird dieselbe Entwicklung erwartet: Mit der nächsten Version, so die Hoffnung, braucht seine Arbeit keine Abnahme mehr.

🔄 Der Perspektivwechsel

Diese Entwicklung gibt es beim LLM nicht. Es bleibt in der Rolle von Praktikant:innen und Azubis: Es übernimmt Arbeit, aber verantwortet sie nicht. Die Abnahme ist deshalb kein Übergangszustand, sondern bleibt dauerhaft bei einer Person mit Erfahrung. Auch das Briefing bleibt bei dieser Person. Ein LLM übernimmt Aufgaben. Die Verantwortung bleibt bei der Person, die abnimmt.